Blogging 2019 - Was ich bei der Blog.laut gelernt habe – Freiweg
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Blogging

Blogging 2019 – Was ich bei der Blog.laut gelernt habe

Wenn du einen Vortragsraum betrittst und gleich mehrere Menschen aufwendig für Selfies posieren, weisst du, du bist unter Bloggern. Die Blog.laut, die Konferenz für Bloggen und Corporate Blogging, hat am vergangenen Samstag in Wien stattgefunden. Ich war dabei.

Bei der Fülle von Kursen, Kongressen und Vorträgen, die angeboten werden, bin ich sehr wählerisch, wofür ich Zeit und Geld investiere. Meistens lasse ich es schlußendlich sein und bleibe beim Do-It-Yourself. Ich gehöre scheinbar zu jenen, die Fehler selber machen müssen, um zu lernen.

Schon im Vorjahr bin ich auf die Blog.laut aufmerksam geworden – leider zu spät. Heuer habe ich mich buchstäblich in letzter Sekunde dazu entschlossen und war vermutlich die Teilnehmerin, die die 100 Besucher vollständig gemacht hat. Yes!

Die Blog.laut wurde von zwei erfahrenen und erfolgreichen Bloggerinnen, Daniela Gaigg (diekleinebotin.at) und Judith List (stadtmama.at), ins Leben gerufen und fand heuer bereits zum zweiten Mal statt. Mir fehlt zwar der Vergleich zum Vorjahr, aber die Blog.laut ist definitiv aus den Kinderschuhen draußen.

Das Programm war bunt wie die Bloggerszene. So reichten die Vortragsthemen von der Konzepterstellung über die Vermarktung, von SEO bis hin zu steuerlichen und rechtlichen Basics. In Workshops wurde das Handwerkszeug für Fotografie, Video, Podcasting und Foodstyling vermittelt. Eben alles, was man als Blogger so braucht. Kontakte und Networking inklusive, wenn man das wollte.

Es wurde ehrlich und authentisch aus dem Nähkästchen geplaudert und das ist es, was ich mitgenommen habe:

1. Ein Blog braucht Leidenschaft und Konzept.

Wer nicht mit Herzblut bei der Sache ist, schafft die Mühen der Ebenen nicht, die es zu überwinden gilt, bis ein Blog halbwegs läuft. Fehlt das Konzept, verpufft auch die Leidenschaft irgendwann. So sehen das zumindest Karin Graf-Kaplaner (jubeltage.at) und Nadja Rathmanner (partymoments.at) die zu Shop und Blog noch ein Printmagazin mit dem Titel „JubelMoments“ nach geschossen haben.

2. Ein Blog bleibt, Social Media geht.

Im Gegensatz zu Social Media ist ein Blog nachhaltig. Instagram-Inhalte sind im Schnitt nach zwei Stunden irrelevant. Blogbeiträge haben Bestand und bleiben, sofern Suchmaschinenoptimierung ernst genommen wird, auffindbar. Eine Suche nach bestimmten Inhalten in den Social Media gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Blogging ist der beste Weg, um im Internet Expertise und Themenführerschaft zu beweisen.

3. Kein Unterschied zwischen privatem und Corporate Blogging 

Der User bringt Blogs, egal ob privat oder Corporate, die gleiche Erwartungshaltung entgegen: Er möchte wertgeschätzt werden und einen konkreten Nutzen haben. Er möchte spüren, dass sich jemand um ihn kümmert. So sieht es zumindest Lisa-Maria Linhart von Österreichs größtem Corporate Blog zum Thema Karriereplanung und Arbeitswelt karriere.at.

4. Markenwahrnehmung in Blogs und Social Media

Blogs und Social Media haben die Markenwahrnehmung grundlegend verändert. Die beste Werbung ist die, die man nicht als solche wahrnimmt. Genau dafür sind Blogs und Social Media wie geschaffen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Themen sind für die Kunden interessant und überschneiden sich mit der Corporate Story.

5. Nische, Nische und nochmals Nische

Wer mit Blog, Vlog oder Instagram aus der Masse herausstechen will, muss eine Nische bedienen, braucht eine klar definierte Zielgruppe, der man für ein spezielles Problem eine Lösung bietet. Darüber waren sich alle bei der Diskussionsrunde einig. 

Diskussionsrunde zum Thema Influencer Marketing

6. Basis SEO

Bloggen, ohne Rankingfaktoren zu berücksichtigen ist wie beim Lotto auf einen Millionengewinn zu hoffen, aber kein Los zu kaufen. Es gibt rund 10.000 Rankingfaktoren bei Google. Sie alle zu kennen oder gar zu berücksichtigen ist unmöglich. Es gibt aber einige, auf die man fokussieren sollten, meint Online Marketing Consulter Richi Pettauer (datenschmutz.at)

Top-Ranking-Faktoren 2019 / Richie Pettauer

Er empfiehlt Bloggern auf Content Siloing zu setzen, eine Contentstruktur, die für Besucher und Suchmaschinen gleichermaßen sinnvoll ist. Dabei werden Inhalte in thematische Blöcke gegliedert, sogenannte Silos, in denen zum Thema passende Unterseiten zusammengefasst werden. Relevante Keywords werden auf Silos und Beiträge verteilt, eine Übersichtsseite des Themenblocks verlinkt auf Unterseiten und die Unterseiten wiederum sind miteinander verlinkt. 

7. Das Social Media Klavier

„Blogs bilden den Kuchen, Social Media sind der Zuckerguss. Allerdings ein ganz schön dicker.“

Robin Homolac

Allen voran ist hier Instagram. Dieser Meinung ist Robin Homolac, Marketing Manager von Ergobaby Europe und unterstreicht seine persönliche Erfahrung mit einer Statistik. 

Quelle: Instagram Influencer Marketing A 1.7 Billion Dollar Industry

8. Zeit ist relativ

Ich habe niemanden getroffen, der vom schnellen Erfolg erzählt hat. Nachhaltiger Erfolg braucht Qualität bei den Inhalten und allen anderen Bereichen. Hinzukommt, dass ein erfolgreicher Blog selten nur von einer Person gemacht wird. Bei genauerem Nachfragen stellt sich dann heruas, dass es im Hintergrund jemanden gibt, der bei der Technik unterstützt und manche arbeiten sogar mit Redakteuren und Textern zusammen. Kurzum, es kochen alle nur mit Wasser. 

Nächstes Jahr werde ich wieder auf der Blog.laut sein. Und wer weiß, vielleicht gibt es bis dahin dann auch das eine oder andere Selfie von mir. Denn die sind tatsächlich wichtig. Habe ich gelernt!


Monika Kräftner

monika.kraeftner@freiweg.at

Ich bin freiberufliche Texterin und schreibe für Webseiten, Blogs, Social Media Kanäle und Newsletter, bin aber auch in der Offline-Welt zuhause und verfasse Texte für Werbung und PR. Besonders gerne arbeite ich für EPU und Kleinunternehmen, Trainer, Coaches und Therapeuten und alle Unternehmen, die Nachhaltigkeit, Lebensfreude und Genuss in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

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