Workation - wenn Arbeit und Urlaub verschmelzen – Freiweg
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Workation – wenn Arbeit und Urlaub verschmelzen

Arbeit im Urlaub ist verpöhnt. Urlaubsgefühle während der Arbeit ebenso. Im Begriff Workation verschmelzen die gegensätzlichen Begriffe. Das hat mich zum Nachdenken angeregt.


Ich arbeite im Urlaub. Ich sage das nicht, um zu beeindrucken. Aber seit ich selbständig bin, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Urlaub immer öfter. Und das ist gut so. 

Seit einigen Tagen bin ich wieder auf Unije, einer gar nicht so kleinen kroatischen Insel. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich das erste Mal hierher gekommen bin. Meine jetzt schon großen Kinder waren jedenfalls noch klein.

Bereits im Jänner, wenn wir unter der Dunkelheit und Kälte des Winters besonders litten, träumte die ganze Familie von der Sonne, dem lauen Wind und der Aussicht aufs Meer. Die Wochen und Monate mit Arbeit und Schule, die uns vom Sehnsuchtsort trennten, schienen unüberwindlich. Tatsächlich verging die Zeit dann immer wie im Flug.

Unije hat mich schon in vielen Stimmungen aufgenommen. Abgehetzt, besorgt, deprimiert, verzweifelt, immer vom Gefühl begleitet, dass ich es mir gar nicht erlauben durfte, meine Arbeit ruhen zu lassen.

Aber spätestens mit dem Ablegen der Fähre in Rijeka gab es kein Zurück mehr.  Ich wusste, dass ich drei Stunden später in einer Welt ankam, die ihrem eigenen Rhythmus gehorchte.

Die weniger als hundert Menschen, die noch auf der Insel als Bauern und Fischer leben, sind fleißig, haben aber jede Eile abgelegt. Sie arbeiten an die Jahres- und Tageszeit angepasst. Zu Mittag wird es ruhig im Ort und wenn die Bora bläst, bleibt man zuhause.

Im einzigen Geschäft kauft man, was man zum Leben braucht. Wer mehr Auswahl sucht, muss sich auf den Weg nach Mali Losinj oder Rijeka machen. Auch ein Café gibt es. Dort trifft man sich in der Früh, um bei Espresso und Zigaretten zu quatschen. Frische Croissants, ausschließlich mit Marmelade, und selbstgemachtes Eis sind der ganze Luxus. Eine Konoba hat geöffnet. Dort bestellt man, was es gerade gibt. Aussicht statt Auswahl lautet hier das Motto.

In dieser Umgebung fällt mir nicht nur der Urlaub, sondern auch das Arbeiten leicht. Sie fördert sowohl meine Konzentration als auch meine Kreativität. Plötzlich geht von der Hand, was sich zuhause  endlos hingezogen hat. Was spricht also dagegen, die Zeit auf der Insel auch für Arbeit zu nützen?

Ich empfinde es als ausgesprochenes Privileg, dass ich mir aussuchen kann, wo ich arbeite. Umgekehrt liegt es aber ausschließlich an mir, wie viele Urlaubsmomente ich mir in meinem Arbeitsleben erlaube.

Viel zu selten stelle ich mir die Frage:

  • Was macht mir Freude?
  • Wie schaut mein idealer Tag aus?
  • Für wen gebe ich mein Bestes?
  • Für wen gebe ich nicht mein Bestes?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Zu welchen Projekten sage ich mit ganzem Herzen Ja?
  • Zu welchen Projekten sage ich besser Nein?

Die Antworten darauf führen nämlich direkt an den Punkt, wo aus Müssen Wollen wird, wo Arbeit und Urlaub plötzlich keine Gegensätze mehr sind.

Workation ist für mich kein Produkt, das man in einem Reisebüro bucht  Das kann man nämlich tatsächlich, wie meine Recherchen gezeigt haben. Workation ist vielmehr eine Lebenseinstellung, an der es sich lohnt täglich zu arbeiten. 

Monika Kräftner

monika.kraeftner@freiweg.at

Ich bin freiberufliche Texterin und schreibe für Webseiten, Blogs, Social Media Kanäle und Newsletter, bin aber auch in der Offline-Welt zuhause und verfasse Texte für Werbung und PR. Besonders gerne arbeite ich für EPU und Kleinunternehmen, Trainer, Coaches und Therapeuten und alle Unternehmen, die Nachhaltigkeit, Lebensfreude und Genuss in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen.

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